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Warum ich Menschen fotografiere – und nicht nur Bilder mache

Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich mich selbst nicht wirklich gesehen gefühlt.
Ich war unsicher, habe gezweifelt, habe mich gefragt, ob das, was ich bin, überhaupt reicht. Vor allem vor der Kamera war dieses Gefühl da: dieses Unwohlsein, dieses innere Zusammenziehen. Ich kenne es gut.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum mir Fotografie heute so wichtig ist.

Vor etwa fünf Jahren habe ich gemerkt: Das kann ich.
Nicht im Sinne von Technik oder perfekten Bildern – sondern im Umgang mit Menschen. Ich habe verstanden, dass ich nicht einfach nur fotografiere, sondern begleite. Dass ich einen Raum halten kann, in dem jemand langsam ankommt. Bei sich selbst.

Seitdem ist Fotografieren für mich ein Stück Leben geworden. Kein Job, den man abhakt, sondern eine Begegnung. Jedes Mal neu.

„Ich bin nicht fotogen“ – ein Satz, den ich oft höre

Viele Menschen kommen zu mir und sagen fast entschuldigend:
„Ich bin nicht fotogen.“
Oder noch deutlicher: „Ich hasse Fotos von mir.“

Ich nehme diese Sätze ernst.
Weil sie meistens nichts mit dem Aussehen zu tun haben – sondern mit Erfahrungen. Mit Bildern, auf denen man sich nicht erkennt. Mit Momenten, in denen man sich fremd vorkam oder bewertet gefühlt hat.

Ich kenne dieses Gefühl. Und vielleicht spüre ich genau deshalb schnell, wenn jemand vor mir steht, der eigentlich nur eines braucht: Zeit. Ruhe. Kein Urteil.

Was sich im Miteinander verändert

Oft höre ich nach einem Shooting:
„Das war viel entspannter als gedacht.“

Für mich ist das kein Zufall.
Ich arbeite ohne Druck. Ohne Erwartungen. Ohne das Gefühl, dass jetzt etwas Bestimmtes passieren muss. Wir sprechen, wir werden ruhiger, wir lassen Pausen zu. Und irgendwann ist die Kamera einfach da – ohne zu stören.

In diesen Momenten passiert etwas leises:
Menschen hören auf, sich zu kontrollieren. Sie müssen nichts mehr darstellen. Und genau dann entstehen Portraits, die sich ehrlich anfühlen.

Meine Haltung hinter der Kamera

Ich glaube nicht an das perfekte Bild.
Ich glaube an das passende.

Ich würde niemals jemanden in eine Pose drücken, die sich falsch anfühlt – auch wenn sie „gut aussieht“. Ich glaube nicht daran, Menschen zu formen. Ich möchte ihnen begegnen.

Meine Aufgabe sehe ich darin, aufmerksam zu sein. Zu spüren, wann Nähe möglich ist. Und wann Abstand wichtig ist. Fotografie ist für mich Zuhören mit den Augen.

Warum du bei mir richtig sein könntest

Wenn du dich auf Fotos oft nicht wiedererkennst.
Wenn du unsicher bist, ob du „fotogen genug“ bist.
Oder wenn du einfach jemanden suchst, der dich ernst nimmt – ohne dich verändern zu wollen.

Dann verstehe ich das. Weil ich vieles davon kenne.

Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem Vertrauen entstehen darf.
Nicht, weil ich alles besser weiß – sondern weil ich weiß, wie es sich anfühlt.

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